Stasi 2.0 — Die Angst geht um

Stasi 2.0
Satire! Satire! Satire!

Dieses Wortspiel trifft zur Zeit sehr gut das, was ich empfinde. Bundestrojaner, mit dem die Geheimdienste die Computer der Bürger ausspionieren wollen, am besten noch ohne Zustimmung eines Richters. Überwachungskameras allerorten. Riesige integrierte Fahndungsdateien mit den Daten aller Passbesitzer inkl. Foto. Telefongesellschaften sollen Verbindungsdaten grundsätzlich erstmal sechs Monate lang speichern (“Wer mit wem, wie lange”). Arbeitet dort jemand am Überwachungsstaat BRD?

Dann gibt es derzeit die Debatte darüber, wann eigentlich in unserem Lande die Unschuldsvermutung gelten sollte. Zur Info: sie galt schon immer nur während eines Gerichtsverfahrens und sie galt noch nie im Rahmen der Verbrechens-Prävention.

Trotzdem macht es mir Angst, wenn einige der diskutierten Maßnahmen buchstäblich Jeden erstmal zu einem mutmaßlichen Terroristen machen, dem es zu misstrauen gilt, der überwacht werden sollte und den man vielleicht irgendwann einfach nach Belieben wegsperren kann (Guantanamo lässt grüßen). Dummerweise sieht man es den Leuten nicht an, ob sie Extremisten oder Terroristen sind. Mir stellt sich, wie vielen anderen auch, dieser Tage die Frage, warum wir so viele unserer Freiheiten aufgeben müssen, die wir doch eigentlich schützen wollen. Ähnliche Gedanken machen sich auch der Tour-Blogger und Dataloo.

Was wird aus unserer Meinungsfreiheit, wenn Menschen wie Theo van Gogh sterben müssen, nur weil sie sich islamkritisch äußern? Was wird aus meiner Privatssphäre, wenn irgendwann gestattet ist, dass die Polizei mich jederzeit und ohne begründeten Verdacht abhören darf? Kann ich irgendwann im Gefängnis landen, weil ich jemanden kenne, der mal in Afghanistan war? Kann ich irgendwann nicht mehr in eine S-Bahn einsteigen, wenn ich Angst haben muss, dort Opfer eines Bombenanschlags zu werden? Muss ich Angst haben, wenn Menschen zusteigen, die orientalisch aussehen und evtl. eine Tasche im Zug vergessen?

Das schlimme ist, dass viele Menschen heutzutage Angst haben. Zum Teil ist sie wohl begründet, andererseits glaube ich, das bestimmte Kreise in der Politik diese Angst bewusst schüren und sie ausnutzen, um damit Ziele zu erreichen, wie beispielsweise größere Befugnisse für die Polizei und andere Ermittlungsbehörden.

Dabei ist Angst in der Regel ein schlechter Berater, sie verleitet die Menschen zu Irrationalität. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme ein:

Angst ist der Pfad zur dunklen Seite.
Angst führt zu Wut.
Wut führt zu Hass.
Hass führt zu Zorn.
Zorn führt zu unendlichem Leid.

Stammt zwar aus einem Science-Fiction-Film, irgendwie ist aber etwas Wahres dran, finde ich.

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5 Responses to Stasi 2.0 — Die Angst geht um

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  3. simonox says:

    Wie “Satire, Satire, Satire”?! Das ist bitterer Ernst…

  4. Jan says:

    @Simonox: Stimmt schon, allerdings richte ich meinen Frust und Ärger diesbezüglich nicht gegen Herrn Schäuble persönlich, wie man anhand des Bildes ja vermuten könnte.

    Sein Konterfei steht hier stellvertretend für die Verantwortlichen in unserem Lande, die sich von diesen Maßnahmen wirkungsvolle Hilfsmittel versprechen.

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