A Family in Baghdad — Blogempfehlung
Tagtäglich können wir uns in den Nachrichten ansehen, welche Katastrophe sich im Irak abspielt. Ständig sterben dort Zivilisten und Soldaten durch etwas, das aus irgend einem Grund nicht als (Bürger-)Krieg bezeichnet wird. Die Schlagzeilen und Aufmacher von Nachrichtensendungen beschränken sich mittlerweile ja nur noch darauf, von einem erneuten Anschlag zu berichten, zusammen mit der Anzahl der Toten und Verletzten.
Unsere Politiker in Deutschland, der EU, der UNO und auch der USA können — wie wir normalen Leute — nur zusehen und haben nicht die Macht, irgendetwas zu ändern. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Ich hege auch keine Hoffnung, dass zu meinen Lebzeiten dort Frieden einkehrt.
Und wenn die Amerikaner und ihre Verbündeten wirklich demnächst ihre Truppen dort abziehen sollten, wird das Land meiner Meinung nach auf jeden Fall für immer im Chaos versinken. Man kann über den vergangenen Irak-Krieg denken, was man will. Waren die USA dazu berechtigt, dort einzumarschieren oder nicht? Ich weiß es nicht. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass ein Truppenabzug jetzt diesem Land helfen wird.
Wie ist es wohl, in diesem Land zu leben? Wie muss man sich das vorstellen, wenn man das unendliche Glück hat, hierzulande zu leben, in Deutschland, wo Milch und Honig fließen?
Eine ungefähre Idee davon kann man bekommen, wenn man diese Blogs ließt, in denen eine Mutter und ihre drei Söhne über ihren Alltag in Bagdad schreiben. Der Großteil ist in Englisch verfasst, es gibt jedoch auch einige Artikel in Arabisch.
The War Diary
Dieses Blog behandelt die Zeit vom Beginn der Kriegshandlungen im März 2003, die Kapitulation der irakischen Armee und die Zeit der amerikanischen Besetzung bis Ende des selben Jahres. Veröffentlicht wurden die Artikel Ende 2004. Sehr wahrscheinlich, dass in dem Chaos, das dort geherrscht haben muss, an eine zeitnahe Veröffentlichung nicht zu denken war.
A Family in Baghdad
In diesem Blog schreibt die Mutter bis heute mehr oder weniger regelmäßig und man erreicht von hier aus auch die Online-Tagebücher ihrer Söhne Raed, Khalid und Majid.
Es fällt mir nicht immer leicht, in diesen Blogs zu lesen. Zu bedrückend sind teilweise die Schilderungen. Dennoch bin ich aufs Tiefste beeindruckt von dieser Familie, die ihre Eindrücke und Erinnerungen mit buchstäblich der ganzen Welt teilt. Besonders gefallen hat mir dieser Artikel — ein Leserbrief eines Geschichtslehrers aus den USA.
Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite.