Hamburg Sounds Juni 2007

Und wieder war ein Monat vorüber und wieder haben wir uns an einem Montagabend im Schmidts Tivoli eingefunden. Da das schon unser dritter Besuch in folge war, wussten wir schon so ungefähr, was uns erwartet. Mir jedenfalls war klar, dass vier erstklassige Künstler oder Bands heute Abend im Schmidts aus der Reeperbahn auftreten werden. Nur Orange Blue kannte ich schon, von denen weiß ich, dass sie tolle Musik machen. Erfahrungsgemäß würde unter den Unbekannten wenigstens ein Act sein, der so gut ist, dass er mir die Sprache verschlägt. Bisher war es jedenfalls immer so.

Wie war es also am 11. Juni?

  • Michael Krebs machte den Anfang. Er stammt aus dem Schwabenländle und lebt schon seit einiger Zeit in Hamburg. Mal abgesehen davon, dass er ein begnadeter Pianist ist (Stichwort Musikalitet), hat er mit seinen kabarettistischen Einlagen bei mir für ordentliche Lachtränen gesorgt. Und sein Klaviermedley à la Richard Claydermann war der absolute Höhepunkt seines Auftritts – einfach genial!
  • Der Zweite Act des Abends: Caro. Sie singt auf Englisch und ist schon länger im Geschäft, als der übliche “Hamburg Sounds”-Interpret. Ihre Richtung ist, würde ich sagen, Blues und Soul. Vieleicht die Art Musik, die man erwarten würde, wenn man in den USA Abends einen gemütlichen, verrauchten Jazz-Club besucht. Zusammen mit ihrer Band, wobei mich besonders der Mann am Klavier beeindruckt hat, hat mir Caro sehr gut gefallen. Aus technischer Sicht war ein wenig negativ, dass man bei einem der Songs viele Instrumente und wenig Stimme zu hören bekam. Mehr speziell zu Caros Auftritt findest Du im Blog der Caro-Fans.
  • Justin Balk, meine persönliche erfreuliche Neuentdeckung des Abends. Dieser Mann schreibt und singt Texte, die einfach nur schön sind. Lyrisch und sehr tiefgründig — am besten einfach mal bei MySpace probehören oder besser noch CD kaufen! Wodurch er mir aber noch stärker im Gedächtnis bleiben wird, ist sein wirklich lustiges Wesen. Er hat den Abend und das obligatorische Interview damit sehr aufgelockert. Die Interviews sind aus meiner Sicht eher einer der Schwachpunkte von Hamburg Sounds. Ich habe immer den Eindruck, dass die Fragen durch die beiden Moderatoren wie nach einer Checkliste abgearbeitet werden müssen. Dabei wird selten näher noch mal nachgehakt, nach einer Antwort folgt gleich die nächste Frage.

    Justin hat jedoch diesmal durch ein wenig Rumalberei diesen Teil der Veranstaltung gehörig lebendiger gestaltet. Ich hoffe, dass den Verantworlichen aufgefallen ist, wie gut dieses Interview beim Publikum ankam!

  • Orange Blue — vorstellen muss ich diese beiden Musiker wohl nicht. Vince und Volkan hatten mit “She’s Got That Light” und “Can Somebody Tell Me Who I Am?” riesige Hits. Jetzt bringen sie wieder ein neues Album raus und haben an dem Abend auch einige Songs daraus vorgestellt. Ich bin immer wieder von diesem gefühlvollen Klavierspiel und Volkans Stimme beeindruckt und so war es auch diesmal. Ein toller Auftritt, der diesen Abend zu einem gelungenen Ende brachte. Die beiden haben am Ende sogar noch eine Zugabe gegeben — das gab es bei Hamburg Sounds bisher noch nicht.

Fotos von der Veranstaltung gibt’s bei NDR90,3

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