Die Bundeswehr und die Datensicherheit
Die ARD hat berichtet, dass bei der Bundeswehr, genauer gesagt bei der ZNBw, der gesamte Bestand an Geheimdienstinformationen über Auslandseinsätze aus den Jahren 1999 bis 2003 vernichtet worden sei.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas versehentlich passiert. Auch wenn ich nicht oft seiner Meinung bin, hier neige ich dazu, den Verdacht von Hans-Christian Ströbele zu teilen, dass die Daten nicht durch einen Unfall verloren gegangen sind. Für mich undenkbar bei einer Einrichtung wie der ZNBw.
In der Wikipedia wird der Zweck dieser Behörde so beschrieben:
Das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ZNBw) mit Sitz in Grafschaft bei Bonn ist die zentrale Dienststelle der Bundeswehr zur Feststellung, Analyse und Bewertung der militärischen und politischen Lage anderer Staaten sowie der militärischen Sicherheitslage der Bundesrepublik Deutschland.
Beim Bund selbst wird die Aufgabe auch so beschrieben.
Bei den Mechanismen, die heutzutage für die Sicherung von Daten zur Verfügung stehen, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein derartiger GAU tatsächlich noch im Bereich des Möglichen liegen soll. Man stelle sich einmal vor, so etwas würde bei einer großen Bank oder einer Fluglinie passieren. Verlöre die Deutsche Bank zum Beispiel alle Daten über Geldtransaktionen aus vier Jahren, könnten die ihren Laden wohl dicht machen.
Dass dabei für die Langzeitspeicherung Magnetbänder zum Einsatz kommen, ist durchaus üblich. Sie sind sehr günstig und dieser Vorteil wiegt die Nachteile, wie z.B. ihre Empfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern und die langsame Zugriffszeit wieder auf.
Wohl jeder, der beruflich irgenwie im Bereich der IT tätig ist, sollte eigentlich die fundamentalen Grundlagen der Datensicherheit kennen. Dabei geht es u.a. um den Schutz von Daten vor Kompromittierung, Verlust und ungewollter Manipulation.
Die einfachsten Regeln lauten: Mache regelmäßig Sicherungen und verteile sie auf unterschiedliche räumliche Orte. Dabei sollte man nicht nur eine Sicherung haben, sondern auf jede einzelne, jemals vorgenommene Sicherung zurückgreifen können. Die Empfindlichkeit der Magnetbänder wird normalerweise mit einkalkuliert. Wird eine Sicherung auf Magnetband aufgrund eines Unfalls unbrauchbar, sind dann weitere Sicherungen vorhanden.
Dass eine militärische Behörde wie das ZNBw, welche wohl auch unter Kriegsbedingungen arbeiten können muss, in diesem Bereich so anfällig gegen Datenverluste sein soll, glaube ich einfach nicht.
Diesen Hinweis kann ich mir nicht verkneifen: Da hat doch jemand einen Witz in den Wikipedia-Artikel über das ZNBw eingebaut:
Das Lagezentrum des ZNBw ist der Abteilung Einsatz zugeordnet und übernimmt permanent eine zentrale Warn- und Schutzfunktion für das BMVg und die Bundeswehr sowie deren Einsatzkontingente. Das ZNBw ist damit rund um die Uhr auskunftsfähig.
Schön wäre es!!!
Mehr Infos zum Thema:
Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite.
Erfahrungen aus erster Hand sind auf meinem Blog zu finden.
Erfahrungen aus erster Hand sind auf meinem Blog zu finden.
Aussagen eines ehemaligen Gunantamo Gefangenen