Digitaler Wahlstift, nachgefragt

Dies ist ein Thema, das mich zur Zeit sehr beschäftigt (siehe letztes Posting). Ich habe immer noch Zweifel daran, dass es eine gute Idee ist, die herkömmliche Auszählung von Hand durch den Wahlstift zu ersetzen.

Deswegen versuche ich, mich zu diesem Thema so schlau wie möglich zu machen. Ich werde also auf jeden Fall an einer der Schnupperwahlen teilnehmen, bei der man dieses Gerät testen können soll. Die neuen Wahlzettel kann man schon mal im Internet antesten: Interaktiver Stimmzettel.

Außerdem wird es am 9. November noch eine Sondersitzung eines Ausschusses der Hamburger Bürgerschaft zu diesem Thema geben, bei der Experten (keine Ahnung, welches Fachgebiet) den Damen und Herren Politikern mögliche Probleme schildern sollen (welt.de, heise.de).

Außerdem kann man sich über abgeordnetenwatch.de mit Fragen an die Abgeordneten der Bürgerschaft zu wenden. Eventuell können die ja Fragen beantworten, auf die die Journalisten nicht gekommen sind. Mein Abgeordneter konnte mich zum Beispiel darüber aufklären, dass Wahlhelfer die Briefwahlzettel nicht dadurch auszählen, dass sie darauf herummalen. Stattdessen werden unter den Kreuzen der Wähler entsprechende “Häkchen” gemacht, die kenntlich machen sollen, dass dieses Kreuz gezählt wurde. Für mich ist das eine wichtige Information. Ich hätte mich gefreut, wenn sowas deutlicher kommuniziert worden wäre. Petra hat möglicherweise dieses Verfahren gemeint, als sie ihren Kommentar geschrieben hat.

Dennoch sind bei mir Fragen offen, die sich hoffentlich noch klären lassen. Immer noch bin ich der Meinung, dass ein elektronisches Auszählen von Stimmen bei einer Wahl nicht öffentlich sein kann. Auch wenn die PTB das Verfahren und die Geräte irgendwann einmal zertifiziert, wissen wir immer noch nicht genau, wie dieses System intern arbeitet, wie es programmiert wurde und welche Algorithmen dort am arbeiten sind. Und selbst wenn diese Informationen veröffentlicht werden sollten, kann auch Otto-Normalwähler daraus schlau werden?

Wohl kaum.

Das ist für mich der große Nachteil gegenüber dem Auszählen per Hand. Denn wie das funktioniert, kann jeder verstehen, auch wenn er kein Informatiker oder Elektroingenieur ist.

Denn eine demokratische Wahl und das Ermitteln des Ergebnisses sollte doch für jeden nachvollziehbar sein, das ist jedenfalls meine Meinung.

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3 Kommentare »

 
  • Petra R. sagt:

    Hallo Jan,

    Deinen o.a. Ausführungen kann ich grundsätzlich zustimmen!
    So wünsche ich mir auch Berichterstattungen in der Presse, im Internet etc. – für alle Beteiligten objektiv und fair – auf der Grundlage von eigenen Recherchen.
    Im Übrigen war es nicht meine Absicht, Dir persönlich unfaire Berichterstattung vorzuwerfen!!

    @Nils
    Ich bin weder beim Hersteller des DWS noch beim Senat o.ä. beschäftigt – auch bin ich kein Gegner des CCC. Ganz im Gegenteil, ich befürworte die Arbeit des CCC ausdrücklich!
    Allerdings bin ich vom CCC ein wenig enttäuscht – vgl. hiezu den nachfolgenden Link, insbesondere den Kommentar von Sheridan, sofern das stimmt was er/sie dort geschrieben hat!

    http://netzpolitik.org/2007/ccc-der-wahlstift-hack-zweiter-streich/

    @Nils
    Ich kann mir zu einem bestimmten (gleichen) Sachverhalt nicht immer wieder einen neuen Text einfallen lassen. Immerhin habe ich nur meinen eigenen Text kopiert und angepasst und nicht wie z.B. bei der Presse oftmals üblich, einfach von irgendwoher ohne Recherche etwas kopiert.

    LG
    Petra

  • DotVote.de sagt:

    dotVote – Digitales Wahlstift-System…

    Laut dem Chaos Computer Club vom 25.10.2007 (presse@ccc.de) werden bei der Briefwahl die Stimmen von zwei Wahlhelfern mit dem Digitalen Stift nachgemalt, [...]…

 

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